Tagebuch

Hier finden Sie aktuelle Artikel aus meinem Tagebuch:

03.02.2008

Endlich wieder Stadtratswahlen in München

Da denkt man schon mit dem Dschungelcamp sei der absolute Höhepunkt deutschen Kleingeists erreicht, da kommt über die Hintertür die Stadtratswahl und damit einhergehend die OB Wahl hereingeschlichen. Auch der Laie erkennt unschwer an der veränderten Straßenbebauung, dass nun wieder um jede einzelne Wählerstimme gebuhlt wird. Plötzlich zieren Gesichter das Stadtbild, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Großmächtig fragen uns Plakate "Kennen Sie schon....?" Nein, kenne ich nicht - und ehrlich gesagt, möchte ich die nicht auch noch kennenlernen. Ich habe noch immer das Grauen der einschlägigen Klausurtagungen in mir. Da brauche ich nicht schon wieder Nachschlag. Noch wehen die Bildfetzen meiner liebsten Freunde in meinem Geist umher, die auf den illustren Klausurtagungen in Wildbad Kreuth, Irsee und anderen klingenden Orten alljährlich um die Aufmerksamkeit der Presse Hecheln. Aber keine Gnade kennt die Wahlkampfmaschine. Da muss ich jetzt durch. Nicht nur die Gesichter muss ich ertragen, sondern auch die intelligenten Wahlkampfthemen, die mich entfernt an die Naivität mancher Klassensprecherwahl der Unterstufe erinnern. Mein persönlicher Liebling ist ja Josef Schmid, der so tolle Themenbereiche wie "Handyempfang in der U-Bahn" für sich proklamiert. Na, Herr Schmid, da kann man ja nur gratulieren. Da haben sie ja eine richtige Punktlandung hingelegt. Bei derart brisanten Thematiken verblassen Nebenschauplätze wie "Kinderarmut und Mietpreisexplosion" fast gänzlich. Wie gut tut es da, dass München einen Oberbürgermeister hat, der weniger einer Partei als dem Kreis der Intellektuellen zuzuordnen ist - und gott sei gelobt, ist das dem Großteil der Münchner Bevölkerung auch bewußt.

12.01.2008

Der nackte Wahnsinn genmanipulierten Saatguts

Man möchte nicht meinen, dass die Menschheit so dumm ist, den Ast abzusägen auf dem sie sitzt. Im Fall von genmanipulierten Saatgut scheint dies jedoch leider der Fall zu sein. Derzeit legt die Menschheit das Fundament, um die gesamte Nahrungsmittelkette nachhaltig zu verändern. Firmen wie Monsanto, Du Pont/Pioneer, Syngenta, Bayer Crop Science und BASF Plant Science arbeiten auf Hochdruck daran, der Schöpfung eine neue Form von Saatgut beizusteuern. Saatgut, das gentechnisch so verändert wurde, dass es bestimmte Resistenzen in sich trägt. Resistenzen gegen bestimmte Insekten, aber auch gegen bestimmte, meist hauseigene Herbizide (Unkrautvernichtungsmittel). Klingt verlockend. Ohne die Fruchtpflanze selbst zu schädigen, kann man mit ungetrübter Freude Herbizide auf Gottes schönen Auen verteilen. Der Teufel liegt aber wie so oft im Detail. So sind die Auswirkungen derartig verändertet Pflanzen auf die menschliche Gesundheit nicht geklärt. Insbesondere werden zwei Risiken in der Fachwelt diskutiert: Die Entstehung neuer Allergien und die mögliche Zunahme der Antiobiotikaresistenz. Zwar durchlaufen gentechnisch veränderte Lebensmittel ein Zulassungsverfahren. Meist erfolgen diese Tests jedoch durch die Hersteller selbst. Man macht also den Bock zum Gärtner. Besonders alarmierend für mich ist die Tatsache, dass die wirtschaftliche Idee hinter dem genveränderten Saatgut fast schon teuflische Züge aufweist. So müssen Bauern, die sich für das genveränderte Saatgut entscheiden, die Lizenz für das Saatgut jedes Jahr wieder neu erwerben um das Saatgut nutzen zu können. Auch Bauern, die auf den Einsatz von genmanipulierten Saatgut verzichten wollen, droht die Kontamination ihrer Felder. Leider sind Bienen nicht für menschlichen Wünsche empfänglich und so interessiert es sie wenig, wohin sie die Pollen genveränderter Pflanzen tragen. So steht auch der Biobauer der Kontamination seiner Felder machtlos gegenüber. Gewinner sind wie immer die Konzern. In den Vereinigten Staaten ging dies schon so weit, dass Bauern, auf deren Felder ungewollt genamanipulierter Mais wuchs, von den Saatgut Herstellern verklagt wurden. Ein Teufelskreislaufs! Um in Ruhe gelassen zu werden und um weitere Prozesse abzuwenden entschieden sich viele Bauern lieber gleich für den genveränderten Mais. Im Gegensatz jahrhundertealter Saatgut Eigenzüchtungen, steigert auf diese Weise das neue Saatgut die Abhängigkeit der Bauern von einigen wenigen großen Konzernen. Doch es geht noch weiter. Sogenanntes Hybrid Saatgut hat die Eigenschaft, dass sich die Pflanzen nach der Fruchtphase selbst zerstören. Auf diese Weise haben die Saatguthersteller die absolute Gewissheit, dass die Bauern auch im nächsten Jahr wieder ihr Saatgut bei Ihnen kaufen müssen. Na denn Prost Mahlzeit.
Gute Informationen zu diesem Thema finden sie auf den Seiten:

Aktionsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft

attac Agrarnetz

Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft

01.01.2008

Neues Jahr, neues Glück!

Ich wünsche allen meinen Seitenbesuchern ein friedvolles Jahr 2008. Mögen alle Ihre Wünsche in Erfüllung gehen. Besonders freuen würde es mich, wenn der Eine oder andere unter Ihnen alte, längstvergessene Ziele oder Ideale aus vernachlässigten Gehirnwinkeln ausgräbt um Sie Schritt für Schritt zu verwirklicht. 2008 gilt es aus dem liebgewonnen Alltagstrott auszubrechen.

Ich drücke Ihnen beide Daumen!